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Sanierungsarbeiten des Wasserverbandes NIDDA am Hochwasserrückhaltebecken in Lich starten   

Landrat und Verbandsvorsteher Herr Joachim Arnold informiert sich vor Ort über den Start der Bauarbeiten an der Wetter in Friedberg-Dorheim

 

Workshop der Hochschule Geisenheim

 

Mehr als 30 Betriebsjahre haben zu Alterungsprozessen am Beton des Absperrbauwerkes geführt. Der Beton reagiert naturgemäß mit dem in der Luft vorhandenen Kohlendioxid, wodurch er seine alkalischen Eigenschaften langsam verliert, die im Fall von Stahlbeton zu Bewehrungskorrosion mit der Folge von Abplatzung und Schwächung des Bauwerks führen. Das sich bei nicht mehr ausreichendem Schutz durch die Betondeckung bildende Korrosionsprodukt (Rost) besitzt das mehrfache Volumen des ursprünglichen Stahls, der sich bildende Druck sprengt die den Stahl schützende Betonüberdeckung ab.

Um die Betriebssicherheit der Anlage auch für die nächsten Jahrzehnte zu gewährleisten, lässt der Wasserverband NIDDA seit Mitte Juli Betonsanierungsmaßnahmen am Absperrbauwerk ausführen. Bei planmäßigem Verlauf werden diese Anfang November abgeschlossen sein.

Zu Beginn werden die Betonbauteile mit Höchstdruckwasserstrahlen bearbeitet, um den Untergrund fachgerecht vorzubereiten. Anschließend werden die vorhandenen Risse und Hohlräume verpresst, korrodierte Stahlteile ausgetauscht und Schadstellen mit einem Grobmörtel reprofiliert. Die Erhöhung der Betonüberdeckung wird mit Einsatz eines geeigneten Mörtelsystems an Betonbauteilen mit zu geringer Betonüberdeckung ausgeführt. Abschließend erhält das Betonbauwerk ein wasser- und frostbeständiges Oberflächenschutzsystem, das den Stahlbeton vor äußeren Schädigungsmechanismen während der weiteren Nutzungsdauer besser schützt.

 

 

 

Der Verbandsvorsteher des Wasserverbandes NIDDA, Joachim Arnold, informiert sich Anfang September 2015 in Friedberg-Dorheim über die Renaturierungsmaß-nahme.

Die örtliche Baumaßnahme an der Wetter nimmt Gestalt an, so Arnold. Der Wasserverband NIDDA führt zur Erreichung der Anforderungen aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie an Gewässern Renaturierungsmaßnahmen durch. Für die ausgebaute Wetter in der Ortslage Friedberg-Dorheim sind, nach Aufgabe der ufernahen Kleingartengrundstücke, Maßnahmen zur Verbesserung der gewässerökologischen Verhältnisse unter Beibehaltung der hydraulischen Leistungsfähigkeit möglich.

Das Gewässer ist strukturarm (Gewässerstrukturgüte 6) und durch einen eingeschnittenen Verlauf gekennzeichnet. Wie viele Gewässer wurde auch die Wetter für einen verbesserten Hochwasserschutz begradigt und abgesenkt. Auf Grund vieler sich am Fließgewässer befindenden Kläranlagen stellt sich das ganze Jahr über ein relativ konstanter Wasserstand ein.

Absicht der Planung ist die Renaturierung zweier Wetterabschnitte in der Ortslage Friedberg – Dorheim. Es soll eine Strukturanreicherung durch Gelände-modellierung und Einbau von Strömungsleitwerken an der Wetter vorgenommen werden. Dies wird vor allem durch Uferabflachungen und Einbringung von Strukturelementen erfolgen. Ebenso werden mittelwassernahe Vorlandbereiche, amphibische Zonen und abwechslungsreiche Sohl- und Uferstrukturen entstehen. Hier werden durch Kies- und Steineinbringung Laich- und Rückzugsbereiche für am und im Wasser lebende Tiere entstehen und zusätzlich das in der Wetter vorhandene Geschiebedefizit etwas ausgeglichen. Durch die Renaturierungsmaßnahme wird angestrebt, die Gewässerstrukturgüte um 3 Punkte zu verbessern. Die Hochwassersituation verändert sich dadurch nicht, teilte der Verbandsvorsteher Arnold mit. 

Nach einer öffentlichen Ausschreibung erhielt die Firma Zehe aus Burkardroth den Zuschlag zur Durchführung der Bauarbeiten. Der Wasserverband NIDDA erhält vom Land Hessen für die Umsetzung der Renaturierungs-maßnahme Landeszuschüsse in Höhe von ca. 170.000 Euro.

Mit der Fertigstellung der Maßnahme in Friedberg-Dorheim ist für Ende Oktober zu rechnen, so Arnold abschließend.

Am 13.06.2015 war die Hochschule Geisenheim mit 15 Studenten und den  beiden Dozenten Dr. Nicole Kovalev und Frank Spundflasch beim Wasserverband zu Gast.

Im Rahmen des Studiums steht für die Studenten im Fachbereich Landschaftsarchitektur auch das Lehrfach Ingenieurbiologie im Vorlesungsplan. Zur Ingenieurbiologie (Ingenieurbiologische Sicherungsbauweisen - DIN18918) zählen Sicherungsbauweisen aus Ansaaten, Pflanzungen und Bauweisen mit lebenden und toten Baustoffen die einzeln oder in Kombination zum Erosionsschutz der Erdoberfläche eingesetzt werden.

Im Vorfeld wurde hierfür eine geeignete Stelle ausgewählt. Der Fluss ist in diesem Bereich stark eingetieft mit steilen Ufern und hat auf beiden Seiten einen unmittelbar an der Böschungsoberkante angrenzenden befestigten Weg. Die Böschungsfüße sind erosionsgefährdet und durch Auswaschungen teilweise vorgeschädigt. Aufgrund der hier jährlich durchzuführenden Mäharbeiten zur Bekämpfung des Staudenknöterichs ist der Bereich frei zugänglich und für Schulungszwecke ideal.

 Nach der Begrüßung und einer kurzen Vorstellung des Wasserverbandes durch Manfred Tunkowski, Technischer Leiter des Wasserverbandes NIDDA, wurden die Studenten in die Thematik Erosionsprobleme und Gewässerunterhaltung eingeführt. Zunächst wurde der heute weit verbreitete Einsatz von Steinmaterial zur Ufersicherung erläutert. Seine weite Verbreitung begründet sich darauf, dass Steinmaterial flächendeckend zur Verfügung, maschinell eingebaut werden kann, somit kostengünstig ist, nicht verrottet und somit dauerhafter als Holzbauweisen. Durch entsprechende Bautechniken ist auch eine Steinschüttung durchaus ökologisch wertvoll zu gestalten.

Zur Überleitung auf die Übungseinheit folgte eine kurze Einführung in die Geschichte der Faschinen. Der Name Faschine ist lateinischen / italienischen Ursprungs und heißt auf deutsch Reisigbündel. Bereits im Altertum zu Zeiten der Kelten und Römer wurden Faschinen für militärische Zwecke genutzt, z.B. für den Bau von Bollwerken. Auch die napoleonischen und preußischen Truppen um 1800, waren noch mit Faschinenmessern ausgerüstet.

Auch in der Ingenieurbiologie, hier im Wasserbau, werden Faschinen und Spreitlagen seit Jahrhunderten eingesetzt. Das in der Vorlesung theoretisch behandelte Thema sollte nun vor Ort praktisch umgesetzt werden. Die Studenten wurden in Arbeitsgruppen eingeteilt, die die nachfolgenden Arbeitsschritte unter Anleitung abwechselnd durchliefen:

  • Erschließung des Baufeldes / Baufeldvorbereitung
  • Werbung des Astmaterials und Vorbereitung des Schnittgutes für Faschinen und Spreitlagen
  • Erstellung von Arbeitshilfen, Vorstellung div. Bindetechniken, Faschinen binden
  • Verlegen und befestigen der Faschinen
  • Einbauen und befestigen einer Spreitlage
  • Abdeckung mit Rasensoden

Die Übungseinheit diente dazu den Studenten eine heute nicht mehr so verbreitete Arbeitstechnik mit lebenden Baustoffen zur Ufersicherung vorzustellen. Bei der abschließenden Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass der heutige Einbau von lebendem Astmaterial, ebenso auch mit getrocknetem (totem) Astmaterial möglich ist. Es kommt hierbei auf das Ziel an, benötige ich nur eine Ufersicherung zum tragen einer krautigen Vegetationsschicht unter der Maßgabe Freihaltung des Abflussprofils (Hochwasserschutz) oder dient die Sicherungsmaßnahme einer angestrebten naturnahen Gewässerentwicklung mit Gehölzaufwuchs. Ausgiebig wurde über die ökologischen Vorteile des Faschinenbaus und auch über den großen personellen Aufwand diskutiert.